50 x 50 cm
Acryl auf Leinwand
Original
Mein Vater, Gott hab ihn selig, rauchte viele Jahrzehnte die filterlose Zigarettenmarke „Karo“. Sie war eine der stärksten, aber auch der reinsten Zigarettensorten in der DDR. Ihr Geruch war einzigartig. Wenn ich an ihn denke, sehe ich sehr oft seine riesigen schwieligen Hände mit der Kippe dazwischen vor mir. Ich wusste immer, eines Tages bringt ihn das um.
1.000,00 €
Eine Zigarette zwischen zwei gewaltigen Händen. Das Gesicht ist verschwunden, und dennoch entsteht ein Porträt. In der extremen Nahsicht werden die schwieligen Hände des Vaters zum Träger einer Erinnerung: an Arbeit, Körperlichkeit, Gewohnheit und an die filterlosen „Karo“, die ihn über Jahrzehnte begleiteten.
Das kalte Blau und Grau der Hände trifft auf ein beinahe glühendes Rot, Pink und Gelb. Die Zigarette wird zum kleinen, aber unübersehbaren Zentrum einer sehr persönlichen Vatergeschichte. Das Bild erzählt von jener eigentümlichen Verbindung aus Vertrautheit und Vorahnung, die eine Erinnerung erst im Rückblick vollständig macht.