Ein Kind, ein Finger, eine Tätigkeit, über die man besser nicht spricht. „der Popel“ macht aus einem alltäglichen Tabubruch ein frontal gesetztes Porträt. Der Finger im Mund, der unverwandte Blick und die fast demonstrative Selbstverständlichkeit der Figur treffen auf leuchtendes Pink, Gelb und Violett.
Das Bild spielt mit den kleinen Regeln des Anstands und mit der Frage, warum manches, was fast alle tun, möglichst unsichtbar bleiben soll. Aus einer ziemlich profanen Angelegenheit wird so ein Porträt über Scham, Konvention und die herrliche Unbekümmertheit, mit der Kinder beides ignorieren.
Ekelhaft? Vielleicht. Menschlich? Auf jeden Fall.