50 x 50 cm
Acryl auf Leinwand
Original
Das Letzte, woran ich mich erinnere, sind die riesigen Hände und die dementen Augen meines Vaters. Er liegt im Bett und stirbt. Es werden nur noch wenige Tage sein. Wir wissen es alle. Die Familie kommt noch mal an sein Bett, was zu Hause steht, verabschiedet sich, lässt die Gedanken in die Vergangenheit schweifen. Geht es um den Tod, denke ich, wir waren doch eben alle noch jung, so jung. Diese Endlichkeit verschnürt mich für kurze Zeit. Altern ist nichts für Weicheier, ich weiß.
Trotzdem kann ich es nicht fassen, auch ich, ich auch werde sterben.
Jetzt noch nicht. Trotzdem wird es so sein.
1.000,00 €
Ein Gesicht füllt beinahe die gesamte Bildfläche. Schwer liegt der Körper im Bett, während kräftiges Blau, Violett, Grün und Rot dem Moment eine beinahe widersprüchliche Lebendigkeit geben. „Mein Vater“ entstand aus der Erinnerung an die letzten Tage des Vaters der Künstlerin und führt mitten in jene Erfahrung, die persönlich und zugleich universell ist: einen Menschen beim Verschwinden zu betrachten und darin plötzlich die eigene Endlichkeit zu erkennen.
Das Porträt versucht nicht, den Tod zu erklären oder zu versöhnen. Es hält einen Menschen fest, kurz bevor er geht.